Intern
    Konturen der Professionsentwicklung in der beruflichen Weiterbildung

    Expert/-inneninterviews an der VHS CHam

    04.05.2017

    Von 2.5. bis 4.5. besuchte Reinhard Lechner im Rahmen der KOPROF-Datenerhebung die VHS in Cham, um dort Expert/-inneninterviews zu führen. Nach der IHK Würzburg-Schweinfurt stellt die VHS Cham die zweite Falleinrichtung im Projektverlauf dar, in der mit Gesprächen in Erfahrung gebracht werden konnte, welche verschiedenen Tätigkeiten es sind, die das Personal in der beruflichen Weiterbildung in Bayern ausübt und welche Rahmenbedingungen darauf Einfluss nehmen.

    Die Einrichtung weckte beim Projektpartner aus Würzburg Interesse, da ihre inhaltliche Ausrichtung über das „klassische“ Angebot einer VHS zur beruflichen Weiterbildung weit hinausgeht. So konnten auf Initiative der VHS die „Tourismusakademie Ostbayern“, die „Wellness-Kosmetik-Schule Bad Kötzting“, die „Berufsfachschule für Physiotherapie“, die „Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe Bad Kötzting“ und die „Gesundheitsakademie Ostbayern“ gegründet werden. Diese Berufsfachschulen bzw. Weiterbildungseinrichtungen decken ihre jeweiligen Branchen mit innovativen Angeboten ab und bilden mittlerweile eine wichtige Versorgungssäule im ostbayerischen Beschäftigungsraum. Seit September 2017 konnte unter der Förderung des Europäischen Sozialfonds außerdem der Themenbereich Frau und Beruf In der VHS Cham angesiedelt werden. Dieser Bereich bietet zielgruppenspezifische Beratungs- und Workshopangebote, um Frauen (wieder) den Sprung ins Berufsleben zu ermöglichen. Daneben gibt es in Cham auch das „klassische“ VHS-Angebot im Bereich Beruf – mit EDV-Kursen, fachbezogenen Themen oder den Aufstiegsfortbildungen mit IHK-Abschluss Zum festangestellten Personal der VHS Cham zählen aktuell somit über 70 Mitarbeiter/-innen. Diese hohe Zahl, das inhaltlich breit gefächerte Angebot und die Strukturen der anhängenden Akademien und Fachschulen machten es für den Projektpartner aus Würzburg besonders ertragreich, in den Interviews nach Konturen der Professionsentwicklung in der beruflichen Weiterbildung zu fragen. 

    In den drei Tagen führte Herr Lechner insgesamt 9 Expert/-inneninterviews mit dem festangestellten Personal und mit freiberuflichen Kursleiter/-innen. Auf der Leitungsebene der Einrichtung wurden als aktuelle Herausforderungen u.a. die Flexibilität in der Angebotsplanung durch die gesellschaftlichen Veränderungen genannt. Bei den Kursleiter/-innen fiel auf, dass die heterogenen Zielgruppe der Migrant/-innen und die didaktische Planung im Bereich vor neue Herausforderungen stellen.  Noch vor dem Codieren und Interpretieren können die Interviews als sehr ergiebig eingeschätzt werden, da die Bandbreite der Tätigkeiten und die unterschiedlichen Einflüsse im Feld gut darin lesbar werden. Tendenziell wird sogar mehr eine individuelle Professionalisierung deutlich, als im Theoriediskurs angenommen.

     

    Das Durchführen der Tätigkeitsbeschreibungen und der Fokusgruppen im weiteren Projektverlauf, in denen die ausgewerteten Interviews nochmals gemeinsam mit dem Personal diskutiert werden, soll nun weiteren Aufschlüsse bringen.

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